Rebreathertauchen - Dräger LAR V
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Als einer der begehrten Rebreather unter den Kreiselfreaks gilt der LAR V, ein Sauerstoffkreislaufgerät was in seiner Zweckbestimmung eigentlich einen anderen Markt, als den des Sporttauchens über Jahre abgedeckt hat.
Weltweit galt es als das Gerät schlechthin für den Einsatz bei den Kampfschwimmereinheiten, um die Soldaten, dieser Waffengattung lautlos an ihr Ziel zu bringen und völlig Blasenfrei zu deren Auftragsausführung beizutragen. Im Besonderen bei den Kampfschwimmereinheiten der BW, sowie den Navy Seals galt der LAR V als unverzichtbarer Ausrüstungsbestandteil.
Heute, nachdem der LAR V von Nachfolgemodellen ersetzt wurde erreichen auch einige Modelle den zivilen Bereich, so dass auch dem entspannten Tauchen mit dem Gerät nichts im Wege zu stehen scheint.
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Allerdings, Ersatzteile sind Mangelware und so schützt und pflegt jeder der in der glücklichen Lage ist einen solchen Rebreather zu besitzen dieses Teil natürlich ganz besonders.
Nach langem Suchen konnte ich auch ein solches Relikt erwerben und habe seit dem sehr viel Freude damit. Auch wenn ich damit auf die Sauerstofftiefen gefesselt bin, so macht es doch sehr viel Spaß innerhalb der obersten 10 Meter damit völlig Geräuschlos dahin zu gleiten und die Bewohner der Unterwasserwelt zu beobachten. Den kleinen, handlichen, vor der Brust getragenen Rebreather merkt man bei seinen Streifzügen durch die Unterwasserwelt kaum, an Land wiegt er dann doch ein wenig.
Die Gassteuerung funktioniert einzig über einen Lungenautomatischen Bypass, d.h. Gas wird nur in den Kreislauf gebracht, wenn die Lunge des Tauchers danach verlangt bzw. das Gasvolumen im Kreislauf nicht mehr ausreichend ist und durch einen entstehenden Unterdruck ein Hebelsystem bewegt wird, welches ein Ventil öffnet und Gas in die Gegenlunge strömen lässt.
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Der Gasvorrat der 1,5 ltr. Flasche ist offiziell für eine Einsatzzeit von ca. 120 Minuten bei einem Sauerstoffverbrauch von 1,8 ltr./min. konzipiert. Wenn man dabei den Sauerstoffverbrauch und die Zweckbestimmung betrachtet, so erkennt man sehr schnell, dass bei einem ruhigen Tauchgang im Sporttauchbereich und einem Sauerstoffverbrauch von ca. 0,8 bis 1,0 ltr. natürlich wesentlich längere Tauchzeiten zu erreichen sind. 4 - 5 Stunden sind durchaus machbar. Mit einer 1,5 ltr. Sauerstoffflasche und einer Kalkfüllung, welche ebenfalls eine Standzeit von 4 - 5 Stunden aufweist, ist man also locker in der Lage ein ganzes Tauchwochenende zu bestreiten. Nass- oder Halbtrockenanzug, ABC, Gewichtsgurt und der LAR V - alles passt dabei zusammen in den Taucherrucksack - genial.
Der Gasverbrauch wird neben der Versorgung über den Bypass zusätzlich über einen manuellen Spülvorgang, bei dem der Kreislauf völlig entleert und wieder mit frischem Sauerstoff aufgefüllt wird bestimmt. Dies ist einer der Überwachungspflichtigen Kriterien, welche den Rebreather zu einem nicht ganz ungefährlichen "Teil", zumindest in Kreisen macht, die nichts von der Materie verstehen.
Zudem verfügt das Gerät über keinerlei Wasserfallen, an der Gegenlunge befindet sich auch kein Überdruckventil. Den Auf- und Abtrieb bestimmt die Lungenarbeit des Tauchers.
Ist man ohne Gerät ordentlich austariert, so klappt das Tauchen auch mit dem Gerät. Geringfügigem Abtrieb kann man entgegen wirken, in dem man manuell über den Bypass etwas mehr Gas, als Auftriebspolster nachführt.
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Da man sich im Sauerstoffbereich bis max. 10 Meter Tiefe bewegt (unter der Beachtung mit tatsächlichen 80% im Loop zu tauchen), ist außer dem Manometer zur Gasvorratsüberwachung kein weiteres Kontrollgerät erforderlich. Die Vernunft sollte aber siegen und der Tauchgang sollte nicht tiefer als 6 - 7 Meter gehen, so dass man sicher sein kann sich in einem ungefährlichen pO2 Bereich zu bewegen. Dort gibt es ohnehin, zumindest in den heimischen Gewässern das Meiste zu sehen. Der Tiefenbereich ist also eine weitere Kenngröße die vom Taucher zu überwachen ist.
Der Mundstücksteil ist mit einem Nackenband versehen, was bei einer Überschreitung der pO2 Grenze und einer Sauerstoffvergiftung mit ausgelösten Krampferscheinungen den Taucher vorm Ertrinken bewahren soll. Soweit sollte es aber in keinem Falle kommen.
Unumstritten, der LAR V, als reiner Sauerstoffrebreather hat seine Reize ist aber bei unsachgemäßer Handhabung nicht ganz ungefährlich, sicherlich auch ein Aspekt warum der Zugang und Vertrieb zum Reich des Sporttauchens nicht ganz leicht ist und sich nur einige Insider mit dem Sauerstoffrebreathern auseinander setzen können.
Mich hat das Gerät in seinen Bann gezogen und ich habe viel Spaß damit zu tauchen.
Achtung!!! Das hier vorgestellte Gerät ist kein Rebreather für den "normalen" Sporttaucher.
Es gibt im zivilen Bereich bis auf den IART (http://www.iart.de/) keinen Verband, der dafür eine Ausbildung, Einweisung und Brevetierung anbietet.
Eine Überschreitung der MOD unter der Verwendung von reinen Sauerstoff, das Eindringen von Wasser in das System, sowie die Nichteinhaltung der Spülvorgänge können im Endeffekt mit gesundheitlichen Schäden oder gar tödlich enden.
Auch wenn es heute teilweise möglich ist einen solchen Rebreather zu erwerben - Finger weg für Leute ohne Sachkenntnisse.
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Kurz gefasst:
- Sauerstoffkreislaufgerät (CCORB) mit einer vorrangigen militärischen Zweckbestimmung (Kampfschwimmer, u.a. BW, Navy Seals).
- Lungenautomatischer Bypass mit manueller Bedienungsmöglichkeit (Spülen, Gasnachführung von Hand)
- kein Überdruckventil, keine Wasserfalle
- Gasvorrat der 1,5 ltr. Flasche reicht für ca. 120 bzw. ca. 240 Minuten, je nach "Sauerstoffverbrennung" im Körper des Tauchers.
- wird vor der Brust getragen
- max. Einsatztiefe ca. 10 Meter
- Kalkstandzeit etwa 4 Stunden
- militärischer Einsatz von 1975 - 1997, danach Ablösung durch den LAR VI und VII
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Mehr Infos zum LAR V, deren Vorgängern und Nachfolgern gibt es unter http://www.rebreathers.de/
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