Tauchsafari in der Andamanensee 2005 - ein Jahr nach dem Tsunami

Am 13. Dezember, fast auf den Tag genau 1 Jahr nach der schrecklichen Tsunami Katastrophe von 2004 starte ich von Udon Thani aus nach Phuket, um an einer 6 tätigen Tauchsafari in der Andamanensee teilzunehmen. Meine zwei Lieblinge Luck und Ricky bleiben unterdessen zurück bei der Familie in Udon Thani.
Ziel der Tour sind die Tauchgebiete der Similan Islands, Kho Bon, Kho Tachai, sowie der Richelieu Rock.
Organisiert wird die Tour durch die mir nun schon reichlich vertraute Tauchbasis von Sea Bees.
Ausgangspunkt ist A Chalong, ganz im Süden der Insel Phuket, von wo bereits am Abend unser Schiff, die "Marco Polo" in Richtung Similan Islands startet.

An Bord hat man sich ganz schnell untereinander bekannt gemacht und es gibt unter den Gleichgesinnten viele Gesprächsthemen, vorrangig natürlich zum Tauchen.
10 deutsche Tauchsportfreunde, 2 Schweizer und 1 Brite sind voller Erwartung auf hoffentlich schöne Tauchabenteuer weit draußen in der Andamanensee.
Eine nette Crew, gebildet von den Guides Chris und Basti, sowie dem thailändischen Service- und Bordpersonal stehen in den nächsten Tagen rund um die Uhr zur Verfügung und sorgen für einen reibungslosen und angenehmen Ablauf der Safari.

Da wir am Abend starten nutzen wir somit die Nacht zur Überfahrt zum ersten Ziel der Tour - den Similan Islands, die etwa 80km vom Festland entfernt im Indopazific liegen.
Nach reichlich Schaukelei ist es ein schönes Gefühl an nächsten Morgen die Inseln des Similanarchipels im Angesicht zu haben. Und so ist es natürlich auch nicht verwunderlich, dass das erste Briefing und der erste Tauchgang nicht lange auf sich warten lassen.

Alle sind Startbereit zum Tauchgang, als von einem der hier liegenden Tauchschiffe die Nachricht über Funk kommt "Walhai gesichtet" - genau hier in der Honeymoonbay von Insel Nr.4, Kho Miang, in der wir uns gerade befinden.

Die Hinweise zum Checkdive und das Briefing sind für dieses Mal zunächst vergessen und alle sind damit beschäftigt ganz schnell ins Wasser zu kommen. Es ist dann ein nahezu unbeschreibliches Gefühl den großen Bewohner der Andamanensee auftauchen zu sehen. Auch wenn es sich bei unseren Walhai mit etwa 5 Meter Länge noch um ein junges Tier handelt - ausgewachsen Tiere können locker 12 Meter und größer werden - so sind alle absolut begeistert. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art das grandiose Tier, in der Begleitung von zahlreichen Pilotfischen dahin gleiten zu sehen. Und nachdem sich die Aufregung etwas gelegt hat und wir uns satt gesehen haben bleibt auch Zeit um den Tauchgang an dem schönen Saumriff der Bay fortzusetzen. Viele Schwärme von Schnappern und Füsilieren begleiten uns auf dem Weg. Das Riff befindet sich hier in einer absoluten Top Form. Die gute Sicht, sie liegt um die 30 Meter und das 28 Grad warme Wasser machen das Tauchen mehr als angenehm.

Nach dem ersten Tauchgang gibt es natürlich zunächst nur ein Thema - der Walhai.
Ja so eine Begegnung hat man nicht alle Tage und sicherlich die Mehrheit aller Tauchfreunde bekommt nie einen Walhai zu sehen - das ist schon etwas ganz Besonderes.
Der zweite Tauchgang an diesem Tage findet dann eine Bucht weiter, am Barakuda Point oder auch Anitas Riff statt. Auch hier treffen wir mannigfaltiges Leben an, was von der Einzigartigkeit der Similan Islands zeugt.
Eine kurze Überfahrt bringt uns dann zu Insel Nr.8, Kho Similan, wo unser Nachmittags-, sowie der erste Nachttauchgang stattfinden.
Zwischendurch gibt es immer wieder diverse Köstlichkeiten an Bord. Europäische und thailändische Gerichte laufen sich dabei nahezu gegenseitig den Rang ab. Die Thai Mädels, die sich für die kulinarische Betreuung verantwortlich zeigen, sind wirklich bemüht alle Gäste zufrieden zu stimmen, was ihnen auch ausnahmslos gelingt.

Unser erster Nachtauchgang in der Donald Duck Bay wartet dann mit einigen Bewohnern auf, die wir am Tage nicht sehen. Im Besonderen einzelne, recht kapitale Krabben, sind nun aktiv, um auf Nahrungssuche zu gehen. Oh nein von denen möchte sicherlich niemand gezwickt werden, die großen Scheren tun bestimmt nicht gut.

Da die Nachttauchgänge immer am frühen Abend stattfinden sind allerdings auch noch einige Fische unterwegs, wobei sich andere, wie die Papageienfische schon zur Ruhe begeben haben. Sie verbringen die Nacht in einer schützenden Schleimhülle, um vor Fressfeinden geschützt zu sein.
Der nächste Tag beginnt gegen 8:00 Uhr mit einem Early Morning Dive am Northpoint der Insel Nr.9, Kho Bangu. Früh morgens ist die Chance am Größten Großfischen zu begegnen, die dann auf Jagd sind, sich allerdings auch im tieferen Wasser aufhalten. Nach einem kleinen Snack geht es hinab auf fast 40 Meter Tiefe. Ich tauche zusammen mit meinem Tauchpartner Ulli. Da wir auch an Bord die Kabine miteinander teilen und taucherisch beide über reichlich Erfahrung verfügen, haben wir uns sehr schnell miteinander angefreundet.
Am Northpoint begegnen uns an diesem Tage wieder einige Schwärme von Schnappern und Makrelen.

Die eigentliche Attraktion treffen wir dann beim Verlassen der Tiefenzone an.
Majestätisch zieht plötzlich ein Manta am Riff vorbei, der wie auf Bestellung einige Kreise zieht. Mehrere Male kommt er immer wieder zurück und posiert vor meiner Kamera. Schätzungsweise 2-3 Meter oder gar mehr beträgt seine "Flügel" Spannweite. Der Manta scheint im Wasser zu fliegen und nicht zu schwimmen.

Ja ein neues Highlight und das am zweiten Tag unserer Safari. Als wir uns an Bord wieder zusammen finden sind viele Tourteilnehmer natürlich überrascht, als Ulli und ich von der Begegnung berichten. Ja es gehört auch schon ein wenig Glück dazu Mantas zu begegnen, obwohl sie gerade in den Gewässern von Thailand recht häufig vorkommen.

Eine Überfahrt bringt uns nach dem Tauchgang zum nächsten Ziel außerhalb der Similans - zur Insel Kho Bon. Die Zeit nutzt jeder für ein ausgiebiges Frühstück und dem ersten Sonnenbad an diesem Morgen. Auch wenn die See etwas unruhig zu sein scheint, hat sich jeder langsam an das Leben auf dem Schiff gewöhnt und so nehmen wir es alle recht gelassen wenn die Wellen mal etwas höher sind als normal.
Kho Bon ist pünktlich zum zweiten Tauchgang an diesem Tag erreicht und so stoppen wir in einer schönen ruhigen Bucht um an der Westridge, so der Name des Tauchplatzes abzutauchen. Die Sicht ist auch hier recht gut, Strömung ist kaum vorhanden. Auf dem Weg zur Südspitze der Insel, wo häufig Großfische gesichtet wurden sind begegnen uns vor allem wieder große Schwärme von Schnappern.

Vereinzelte kleine Gruppen von Süsslippen und vielerlei kleinen Riffischen bestimmen ebenfalls die Szenerie. Unter den Korallenblöcken erkenne ich auch noch einen Oktopus, der sich furchtsam ein Versteck sucht. Dicht daneben eine Muräne, die ihre Behausung für den Tag ebenfalls zwischen den Korallen gefunden hat. Die unterschiedlichsten Arten von Muränen, alle samt Nachtaktiv, leben in Thailands Gewässern.

Die erhofften Großfische bleiben zwar aus, dennoch beschließen wir den Tauchgang mit weiteren interessanten Begegnungen zu denen imposante Hornhechte und Seeschlangen an diesem Tag gehören.
Weiter geht es dann während unserer Mittagspause in Richtung Norden zur Insel Kho Tachai, die etwas südlich der Surin Islands liegt. Sie soll unser Ausgangspunkt für die Überfahrt zum Richelieu Rock, einem Felsmassiv mitten im Meer bilden.
Der Tauchplatz Westcoast ist hier Ziel unseres Nachmittags- und Nachttauchganges.
Viele interessante kleinere Bewohner der Korallenriffe sind hier zu beobachten. Unterschiedliche Hart- und Weichkorallen und teilweise gigantische Tischkorallen, wunderschönen Lederkorallen und Gorgonien prägen auch hier das Saumriff.

Eine besonderes Erlebnis ist die Begegnung mit einer selten und wie wir erfahren ausschließlich hier im asiatischen Raum vorkommenden Weißmaulmuräne, die zwar etwas scheu wirkt, aber dennoch vor meiner Kamera posiert.
Zum Abschluss des Nachmittagstauchganges begegnet uns noch eine Schildkröte, die es allerdings recht eilig zu haben scheint.
Nach einem interessanten Nachttauchgang und einer etwas unruhigeren Nacht - die bewegte See hat zugenommen - müssen wir uns am nächsten Morgen der Natur geschlagen geben. Das in der offenen See liegende Richelieu Rock müssen wir leider aus unserem Tourplan streichen, da das sichere Tauchen hier nicht möglich ist - zuviel Welle, zuviel Strömung.

Zum morgendlichen Tauchgang an der Südseite von Kho Tachai, den Twin Peaks bekommen wir schon recht ordentlich die Kraft des Meeres zu spüren. Der Käpt`n kann uns nur direkt am Tauchplatz absetzen um danach mit der "Marco Polo" selbst in eine geschützte Bucht zu steuern. Die Similans, Kho Bon und Kho Tachai sind geschütztes Terrain, wo nicht geankert werden darf. Ausschließlich gesetzte Ankerbojen dürfen von den Schiffen zum Festmachen genutzt werden, um die Riffe zu schützen.

Die Twin Peaks, mit etwa 35 Meter Tauchtiefe sind ein ebenfalls interessantes Felsmassiv, mit vereinzelten Korallenblöcken, kapitalen Gorgonien und wunderschönen Weichkorallen.


Viele Fledermausfische bevölkern das Massiv und sind ein Indikator für Strömung, da sie mit ihrem Verhalten dem Taucher schon von der Ferne aus anzeigen können was hinsichtlich Strömung zu erwarten ist.
Wir haben Glück, gegenüber der Oberfläche ist es hier am Fels und am Riff relativ ruhig.
Auf dem "Dach" des Massivs sind gleich drei Riesendrücker damit beschäftigt das Nest für den Nachwuchs zu bauen. Diese Fische sind oft recht Angriffslustig, vor allem wenn sie Nachwuchs haben, so dass man dann lieber die Nähe des Nestes meiden sollte. Viele Taucher wissen auch nicht, dass sich das Areal der Drücker Pyramidenartig in Richtung Oberfläche erstreckt und sie somit oft flüchtende Taucher bis zur Oberfläche verfolgen. Und … es ist sicherlich kein gutes Gefühl von einem Drücker gebissen zu werden. Schon das Gebiss der Drücker verschafft Respekt.
Nach dem Auftauchen zeigt sich dann schon etwas intensiver, dass die Wellen zugenommen haben und so ist es nicht mehr ganz so easy an Bord des Schiffes zu kommen.
Da mit einer Besserung der Lage nicht innerhalb kurzer Zeit zu rechnen ist, entschließt sich die Mannschaft des Schiffes in Absprache mit den Guides wieder zunächst nach Kho Bon und dann zu den Similans zu wechseln.
Der Vormittags- sowie der Nachmittagstauchgang finden zunächst wieder beim Tauchplatz Westridge statt, wo ich noch mal Gelegenheit habe manches interessante Fotomotiv dieses Tauchgebietes auf den Chip zu bannen.

Aber auch hier bekommen wir dann zum Nachmittag bei einem Tauchgang an der Außenseite von Westridge eine plötzlich aufkommende Strömung zu spüren, die es unmöglich macht wieder zur Innenseite der Bucht zu gelangen. Es ist dennoch ein Schauspiel der besonderen Art zu sehen, mit welcher Leichtigkeit die Riffische in der Strömung zurecht kommen. Auch ein Schwarzspitzenriffhai, der mühelos in der Strömung steht zeigt uns, was wir doch für "arme" Geschöpfe in dessen Element, dem Wasser sind.
Ulli mein Tauchpartner ist bei diesem Tauchgang besonders clever. Er hat einen Strömungshaken dabei, mit dem er sich in den Fels - nicht in die Korallen (!) - einhängt und somit relativ ruhig das Leben in der Strömung beobachten kann. Ich habe glücklicherweise meine Tropenhandschuhe dabei, um gegen Verletzungen geschützt zu sein und kann mich somit ebenfalls ab und zu an den nicht (!) zerbrechlichen Stellen des Riffs festhalten und vorwärts ziehen , um noch dieses und jene Foto zu schießen.

Unsere Bootscrew ist natürlich über die geänderten Tatsachen informiert und nimmt uns an der entsprechend betauchten Stelle auf, so dass niemand der Taucher besonders Kräftezehrende Anstrengungen befürchten muss, um wieder zum Tauchschiff zu gelangen.
Nach dieser Erfahrung wechseln wir dann endgültig wieder zu den Similan Islands, da es hier eine große Anzahl sicherer und schöner Tauchplätze gibt.
Der abendliche Nachttauchgang findet dann schon wieder bei der geschützten Donald Duck Bay von Insel Nr.8, Kho Similan statt und ist wieder durch die Begegnung mit zahlreichen Nachtaktiven Bewohnern geprägt.
Unser vierter Tag gehört ausschließlich den Tauchgebieten zwischen den Inseln Nr.8, Kho Similan und Nr.9, Kho Bangu. Mooring Rocks, als Early Morning Dive Platz ist ein felsiger Tauchplatz, mit Granitgestein und vereinzelten Korallenstöcken und -Blöcken. Dazwischen tummeln sich viele kleinere Riffische.

Wir sehen bei unserem Tauchgang zudem noch einige Stechrochen, die teilweise gut getarnt auf dem tieferen Sandgrund zu finden sind. Im oberen Bereich findet man sehr viele bewachsen Felsblöcke, von denen man behaupten könnte, der Riese Goliat hat sie persönlich übereinander gestapelt. Diese kann man alle samt gut durchtauchen. Natürlich nutzen auch viele Fische diese Plätze zum Rasten oder einfach als Versteck.

Snapper Alley ist wiederum ein typisches Saumriff, der eine reichliche und schöne Fischpracht der Similans zeigt. Vor allem viele Schwarmfische sind hier in den unterschiedlichen Tiefenbereichen anzutreffen, wobei die größeren Tiefen meist auch den größeren Fischen, wie Makrelen oder Tunas vorbehalten sind. Der Flachwasserbereich ist ebenfalls äußerst interessant und bietet eine schöne Alternative zum ruhigen Austauchen. Die Sonne, mit ihren interessanten Lichtspielen schafft hier eine besonders Stimmungsvolle Szenerie.

Der Nachmittagstauchgang an der Außenseite der Donald Duck Bay macht uns dann damit vertraut, dass der Tsunami vom vergangenen Jahr auch an den Similans Spuren hinterlassen hat. Der vorhandene Korallenschutt zeigt deutliche Spuren der Verwüstung und Zerstörung. Später erfahren wir dann auch, dass einzelne Tauchplätze, wie u.a. der mir bekannte Chrismas Point für den Tauchbetrieb gesperrt sind, da diese eine massive Zerstörung erfahren haben und somit geschützt werden müssen und nicht gegenwärtig nicht mehr betauchbar sind. Bleibt zu hoffen, dass die Natur hier etwas tut.
Die Außenseite der Donald Duck Bay ist dennoch voller Leben. Ulli kann hier sogar einen Leopardenhai entdecken, der allerdings sehr schnell das Weite sucht. Obwohl die Similans eigentlich bekannt sind für ihre vielen Leopardenhaie - zwei Jahre zuvor konnte ich hier selbst welche sichten und fotografieren - so haben wir diesbezüglich diesmal weniger Glück.

Die eigentliche Überraschung des Tages sollte für Ulli und mich bei unserem Nachttauchgang kommen. Der Tauchplatz hierfür, die Navy Bay, diente früher den Militärschiffen als Rast- und Ankerplatz. Sandgrund mit einzelnen größeren Korallenabschnitten bildet hier die ideale und sichere Grundlage für unseren Nachttauchgang.
Nachdem sich wieder einige Nachtaktive und ruhende Bewohner vor der Kamera ihr Stelldichein gegeben haben, entdecke ich im Schein der Taucherlampe zwei umherstreifende Riffhaie. Zwei Weißspitzenriffhaie, die auf Beutejagd sind.
Plötzlich steuern sie direkt auf Ulli und mich zu, sicherlich den Schein der Tauchlampen zur Jagd nutzend. Sie scheinen dabei sichtlich nervös zu sein, der ganze Ablauf ist gekennzeichnet von abrupten Manövern und Richtungsänderungen, wobei der Kontakt zu uns auf Tuchfühlung ist.

Es ist absolut beeindruckend, wie schnell die Tiere sind und wie geschwind sie die Schwimmrichtung ändern können - nahezu auf der Stelle drehend. Nein - nicht mal der Autofokus meiner Kamera schafft es das Geschehen bildlich zu fixieren. Ja wir wissen, dass wir auf keinen Fall in das Konzept der Hai passen, es ist aber nicht bekannt ob sie sich im Jagd oder Fressrausch nicht auch mal "verbeissen" könnten.
Noch oft drehen die zwei Burschen um uns, bevor sie unseren Blicken und dem Schein der Tauchlampen entschwinden und wir uns wieder ruhigeren Objekten widmen können.
Alle anderen Teilnehmer der Tour lauschen natürlich interessiert unserem Bericht über das Geschehene, als wir wieder an Bord sind. Ein tolles Erlebnis was wir dieses Mal mit ein wenig Nervenkitzel hatten.
Neuer Tag, neuer Tauchgang, neues Tauchgebiet.
Für unseren nachfolgenden Early Morning Dive wechseln wir zur Insel Nr.7, Kho Paya und tauchen ab am Deep Six. Das mit unterschiedlichen Korallen bewachsene Felsmassiv bietet uns wieder die Begegnung mit unterschiedlichen Fischarten und anderen Bewohnern. Im tiefen Blau, auf einer Tiefe von etwa 30 Metern entdecken wir viele größere Exemplare von Makrelen, Tunas und Schnappern bei der morgendlichen Jagd. Da wir allerdings ja in den letzten Tagen sehr viel getaucht und entsprechend mit Stickstoff aufgesättigt sind, verweilen wir nicht lange in der Tiefe, sondern wenden uns etwas zeitiger den flacheren Bereichen zu.
Das Massiv ist reichlich zerklüftet und so sind einige kleine Höhlenartige Formation entstanden die man gut durchtauchen kann, was nicht nur uns Tauchern Spaß zu machen scheint. Auch viele Bewohner dieses Lebensraumes nutzten die natürlichen Gegebenheiten als Zufluchts- und Versteckmöglichkeit.

Eine Schildkröte streift meinen Weg und sogleich folge ich ihr, um eine paar möglichst schöne Fotos von dem Tier zu machen. Sie ist offenbar auch auf Jagd und relativ fix unterwegs. Es ist schon erstaunlich wie beweglich diese Tiere, trotz ihrer nicht so Strömungsgünstigen Körperform sind. Ganz graziös und völlig unbeeindruckt von mir und den anderen Tauchern setzt sie ihren Weg fort.

Auf dem "Dach" des felsigen Riffes entdecken wir dann noch einige Kugelfische, die schon eher etwas geduldiger vor der Kamera posieren.
Hier oben macht sich schon die inzwischen aufgekommene heftige Strömung bemerkbar, die uns zum Ende des Tauchgangs das Auftauchen nicht ganz einfach macht. Wie Fähnchen im Wind hängen wir zum Ende an der gesetzten Mooringline, um unseren Sicherheitsstopp zu machen. Es bereitet Mühe alles an Ausrüstung inklusive der Kamera zu sichern, um nichts zu verlieren. Glücklicherweise ist die Crew der "Marco Polo" wie immer sehr aufmerksam um auch alle Taucher schnellstens und möglichst Stressfrei einzusammeln. Auch an Bord selbst sind immer sofort helfende Hände da.
Wir bleiben bei Kho Paya und tauchen zum nächsten Tauchgang am Tauchplatz West of Sweden ab.
Ein wunderschönes Saumriff, mit bezaubernden Korallenformationen und unzählig vielen Fischen erwartet uns. Wohin das Auge blickt wimmelt das Leben im scheinbaren Überfluss.

Die Sicht ist mit etwa 30 Metern auch fantastisch.
Größere Bewohner, wie die oft anzutreffenden, unterschiedlichen Muränen leben, am Tage im Korallenstock verborgen, oft in Lebensgemeinschaften mit hunderten von Glasfischen. Eifrige, kleine Putzerfische bieten den größeren Bewohnern ihre Dienste an, um sie von Parasiten zu befreien. Hier macht es sehr viel Spaß in den Sonnendurchfluteten Flachwasserbereichen dahin zu schweben und einfach nur die Blicke und Bilder auf sich einwirken zu lassen. Ja die Similans sind geschütztes Terrain, dies sieht man hier ganz deutlich. Hier darf weder gefischt noch geankert werden und alles steht unter der strengen Kontrolle von Parkrangern. Zuwiderhandlungen werden strengstens geahndet.

In einer kleinen Felshöhle entdecken wir noch einen Ammenhai, der in der Tagesruhe dahindöst. Ein, zwei Fotos und er hat seine verdiente Ruhe zurück. Wir sind in seinem Reich zu Gast und haben nicht das Recht uns aufzudrängen um ihn zu stören oder gar zu vertreiben.

Der Tauchplatz macht im Gegensatz zum vorhergehenden Tauchgang das Austauchen sehr komfortabel und so sind wir am Ende schon ein wenig traurig, dass nach rund einer Stunde wieder einmal die Luft zur Neige geht.

Nach einen deftigen und schmackhaften Mittagsmahl und ein wenig Ruhe geht es dann zum Elephant Head, einem Felsriff im Kanal zwischen Insel Nr.7, Kho Paya und Insel Nr.8, Kho Similan.
Die Einizigartigkeit dieses Tauchplatzes ist in den vielen übereinander gestapelten Granitblöcken zu finden, die mannigfaltige Möglichkeit zum Durchtauchen bieten und somit immer neue Überraschungen bereit halten.
Größere Fische, als auch viele kleine Exemplare finden hier einen idealen Lebensraum.
Zum Abend hin suchen wir uns dann wieder einen geschützten und möglichst flachen Bereich für unseren Nachttauchgang, um dann das letzte Mal bei dieser Safari in der Dunkelheit abzutauchen.


Hideway heißt der Platz. Als wir an diesem Abend abtauchen macht sich sehr schnell eine relativ unangenehme Strömung bemerkbar. Oft muss man sich auf dem sandigen Grund entsprechend fixieren um Halt zu finden. Im Schutz der einzelnen Korallenstöcke nimmt die Strömung allerdings dann etwas ab. Interessant sind an diesem Abend vor allem die vielen blauen Stachelmakrelen, die zwischen uns umhertoben, um in den uns umringenden Fischschwärmen zu jagen.
Zum Ende des Tauchganges, was diesmal auf Grund der Bedingungen nicht lange auf sich warten lässt hängt mir dann auch noch eine, mit der Strömung angeschwemmte Seeschlange quer vor der Brust. Sie ist wohl mindestens genauso erschrocken wie ich und sucht fluchtartig das Weite. Schade ich hätte gern noch ein Foto "geschossen". Die Strömung bietet auch diesmal etwas Mühe sicher das Boot zu erreichen, aber … auch diesmal dank der Crew kein Problem.
Der sechste und letzte Tag unserer Safari beschert uns dann noch einen Tauchgang beim Tauchplatz Hideway. Diesmal geht es etwas tiefer, bis auf etwa 35 Meter Tiefe.

Vor einiger Zeit hat man hier als Attraktion für die Taucher einen alten Fischtrawler versenkt, der nun als Wrack Stück für Stück ein neues Riff entstehen lässt. Normalerweise sollte das Wrack etwas weiter im Flachbereich seinen Platz finden, doch bei der künstlichen Versenkung hat man offenbar nicht den relativ steil abfallenden Grund bedacht, so dass das Schiff in 35 Meter Tiefe, auf der Seite liegend seinen letzten Liegeplatz fand.

Noch relativ frisch, ist natürlich von einem neu entstehenden Riff bisher nicht sehr viel zu sehen. Nur einzelne Korallenformationen haben sich bis dato angesiedelt.
Auf Grund unserer vielen vorangegangenen Tauchgänge können wir auch diesmal nicht lange in diesem Tiefenbereich verweilen und treten - um unnötig lange Austauchzeiten zu vermeiden - den Rückzug in flachere Regionen an.

Ein sehr schönes Saumriff lädt dabei wieder zum Verweilen ein. Hunderte, wenn nicht tausende Fische bevölkern das Riff und zeigen uns noch einmal zum Abschluss unserer Tauchsafari die volle Schönheit der Similans … Dank der schützender Maßnahmen Thailands.

Bis auf wenige Ausnahmen konnten wir selbst auch keine größeren Zerstörungen auf Grund des Tsunami feststellen. Leider müssen wir am letzten Tag einen weiteren, geplanten Tauchgang streichen. Zu unsicher ist die Wetterlage und somit rechtzeitige Rückkehr nach Phuket geworden.
Bei der rund 8 Stündige Überfahrt hegt dann jeder seinen Gedanken nach oder man versucht das Erlebte mit Resümees zu überarbeiten. Entstandene Fotos, Kontakte und Erfahrungen werden ausgetauscht. Und auch die Crew in ihrer unermüdlichen Arbeit der letzten Tage wird einmal mehr bedacht.
In den Tagen der Safari sind einige Freundschaften entstanden, lernt man sich auf dem engen Raum eines Safaribootes umso intensiver kennen.
Und so bleibt doch auch ein wenig Wehmut zurück, als wir in den Abendstunden wieder unseren Ausgangspunkt von A Chalong auf Phuket erreichen.
Für mich selbst dennoch auch ein sehr schöner Moment, warten doch schon meine lieben Zwei - Luck und Ricky - an der Pier auf mich. Es ist nach all den tollen Erlebnissen auch wieder ein schönes Gefühl, wenn die Familie vereint ist.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Crew der "Marco Polo" und das Team von Sea Bees für die tolle Organisation und Durchführung dieser wunderschönen Tauchsafari.
Sicherlich war es für alle Teilnehmer eine tolle und Erlebnisreiche Tour zu den Tauchgründen der Andamanensee, mit vielen bleibenden Eindrücken.

Mir ist wieder einmal, mit dem Besuch der Tauchgebiete bewusst geworden, dass Thailand wunderbare, schützenswerte, aber auch zerbrechliche "Juwele" besitzt und wir alle gemeinsam in der Pflicht stehen diese unserer Nachwelt zu erhalten.

Viele schöne Fotos, die auf der Safari entstanden sind in unserer Fotogalerie zu finden. Reinschauen lohnt!